Kurz kommentiert Musik Politik

Kurz kommentiert

28. Januar 2011

Es ist wieder Zeit für knapp notierte Nachrichten und schnell vorgestellte Video-Schnipsel.

  • Der Regisseur David Lynch veröffentlicht neuerdings Musik, zu der er andere Leute Filme machen lässt. So hat er zu dem Song „I Know“ – der B-Seite zur Single “Good Day Today” – einen Wettbewerb ausgeschrieben, dem wir dieses schöne Video mit lesbischer Storyline zu verdanken haben:

(danke Eurout!)

  • Weitere Neuigkeit: Tegan & Sara just wanna have girl-fun with, ähm, Jack Johnson! Dazu noch mit Akkordeon. Schlecht finden können wir es trotzdem nicht.


via

  • In der Wochenzeitung FREITAG, neuerdings „derFreitag“, gibt Susann Rehlein (angehenden) Autor_innen Tipps für den Umgang mit Sexszenen. So weit so gut. Nur Punkt 9  stieß uns etwas bitter auf:

„Außerdem sind Autorinnen und Autoren nur theoretisch sexy und anziehend. Gehen Sie bloß mal auf eine Lesung. So wollen Sie doch nicht sein: schlechte Kleidung, lausiges Parfüm, Gestammel. Bei näherer Betrachtung sind die meisten Autoren zudem kindisch und egomanisch, was Ihnen jede Lektorin bestätigen wird, wenn man über so etwas sprechen würde.“

Noch nie ’ne sexy Autorin gesehen, was?

  • Israel hat es mit einem lesbischen Tanzpaar bei Dancing with the Stars vorgemacht, jetzt will Österreich und der ORF nachziehen mit dem geoutetem Moderator Alfons Haider. Daumen hoch! Finden quasi alle, außer Niki Lauda. Der ehemalige Formel 1-Fahrer echauffiert sich darüber, dass der ORF aus „Quotengeilheit alte Werte zerstöre“, und das Schlimmste überhaupt:

„Ich will nicht, dass meine Kinder im ORF sehen, dass ein Mann mit einem Mann tanzt – und dass sie glauben, das nachmachen zu müssen“

Lieber Herr Lauda, nur weil nie ein Mann mit Ihnen tanzen wollte, heißt das noch lange nicht, dass sie ein Recht haben sich so vorchristlich zu verhalten. Wären wir Ihr Sohn, wir würden allein aus Protest und Scham damit beginnen 24/7 zu tanzen. Und da Sie ja in Wien zum Regenbogenball eingeladen wurden, können Sie sich gleich einmal davon überzeugen, wie schön es ist, wenn wir alle miteinander tanzen – vielleicht hat ja auch einer der Herren Erbarmen mit Ihnen. DIE Fotos würden wir nämlich wirklich gerne sehen.

  • In der aktuellen Ausgabe der EMMA werden doch ernsthaft selbstbewusste, zielstrebige Frauen gedisst:

„Für Frauen, die sich Madonna zum Vorbild nehmen, ist Weiblichkeit ein Werkzeug, um das zu bekommen, was sie wollen, egal, was es sein mag… Überzeugt vom Mythos der „Selbsterfindung“, wähnt sich die Frau von heute im Glauben, ihr Leben von der Wiege bis zum heutigen Tag im Griff zu haben. Sie hat kein Weltbild, nur das Verlangen, ihren Willen durchzusetzen.“ (Charlotte Raven, EMMA 1/2011)

Ob Madonnas Werkzeug ihre Weiblichkeit ist, darüber könnte man sicher streiten – nicht aber darüber, dass Frauen ihr Leben selbst in die Hand nehmen sollten und hinter wirklicher Durchsetzungskraft durchaus ein Weltbild steht.

  • Zum Schluß möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich in unserer Belegschaft ein wenig was getan hat: Unser verlorenes Schaf Stef ist heil wieder bei uns angekommen. Stef ist keine Unbekannte hier und ohne sie wäre der Blog Lesbian Ranting damals nie möglich gewesen. Bald kommen die ersten neuen Beiträge von ihr und wer möchte, kann sich noch einmal alte Musikalische Sonntage von ihr durchlesen. Wir freuen uns!

Falls ihr selbst Ideen und Tipps für uns habt oder eine Idee für einen Artikel als Gastautorin, mailt uns an, wir beißen auch nicht – es sei denn ihr wollt das 😉

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