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„I just wanna be perfect.“ – Black Swan Review

18. Januar 2011

Ich hatte anderes erwartet, als ich in Black Swan ging. Ich hatte sogar etwas komplett anderes erwartet. Ich hatte mich darauf gefreut, darauf hingefiebert und war so gespannt wie lange nicht mehr auf einen Film.
Eine Stunde in den Film hinein war es auch genau das, was ich erwartet hatte – und dann konnte ich nicht mehr den Blick von der Leinwand abwenden. Vor Faszination und ja, auch vor Ekel. Denn das, was da geschah, war ein wahrer Mindfuck. Anders lässt es sich nicht beschreiben.
Nachdem der Film zuende war, brauchte ich lange Stunden um mich wieder in der Realität einzufinden. Ich kam aus dem Film und seiner Welt nicht heraus. Ein Zustand, den ich seit dem Film 2046 von 2004 nicht mehr gekannt hatte.

(©Fox)

Es ist nicht nur der Inhalt, der Black Swan zu einem unglaublichem Film macht, es sind alle Faktoren, die zusammen spielen. Denn eines ist Black Swan, in jeder Art und Weise, wirklich: ein wahnsinniger Film.

Die Hand-Kamera nimmt einen noch ein Stück mehr mit in die Welt des Ballets, die Musik von Clint Mansell, inspiriert durch Tschaikowskis Schwanensee, ist ein Ohrenschmaus und Mila Kunis und Natalie Portman spielen ihren Rollen mit einer solchen Finesse, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Ganz zu schweigen von Winona Ryder, die sich in dieser „Comeback-Rolle“ als gescheiterte Ballerina von ihrer besten Seite zeigt und vor den anderen Schauspielerinnen in keiner Weise schämen muss.

Und natürlich, die Frage, die den meisten unter den Nägeln brennt: die Sexszene. Ja, sie ist heiß. Sie ist tatsächlich auf ihre eigene Weise „extrem“, aber im Kontext des Filmes zu verstehen. So oder so: Eine der interessantesten, lesbischen Sexszenen, die ich seit langem in einem (Hollywood)Film gesehen habe.

Viel wichtiger sind jedoch die Fragen, die man sich nach diesem Film stellt: Ist das Streben nach Perfektion so eine ungewöhnliche?
Ist in einer Welt, in der von uns, vor allem von den Frauen, Perfektion verlangt wird, Ninas Reaktion da (un)gewöhnlich? Und vor allem:
Wieviel wären wir alle imstande von uns selbst zu verlieren und zu opfern, um das zu werden, was, von anderen und von uns selbst, von uns erwartet wird?

(©Fox)

"The only person standing in your way is you."

Black Swan ist eine wundervolle Neuerzählung von Schwanensee, in der es nicht mehr nur um Liebe geht und ein Film, der auch nach Tagen noch unter die Haut geht. Müsste ich Punkte vergeben, es wären

10 von 10 Punkten.

1 Kommentar

  • Reply Melina 21. Januar 2011 at 11:56

    Die Review ist so motivierend, dass ich gerade Tickets vorbestellt hab! Überigens…Der Film ist vom gleichen Regisseur wie „Requiem for a dream“ das Gefühl sich nach einem Film erst wieder in die Realität hineinfinden zu müssen, kenne ich schon aus diesem Vorgänger von „Black swan“. Huh, ich bin gespannt! ;D

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