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Musicvideo Mittwoch – La Clemenza di Tito

22. Dezember 2010

La Clemenza di Tito (Die Gnade des Titus), ist eine eher unbekannte Oper von Mozart und auch seine letzte. Sie handelt von, Überraschung, der Gnade des Titus, einem römischen Kaiser, der unglaublich großmütig regiert und selbst einem Freund Sextus verzeiht, nachdem der ihn umbringen wollte und dabei den Palast angezündet hat. Warum Sextus soetwas macht? Weil eine Frau, Vitellia, in die er verliebt ist und die eigentlich Titus Frau werden möchte, ihm das gesagt hat. Soweit so gut, so einfach ist diese Geschichte. Auch musikalisch zählt La Clemenza di Tito nicht ganz zu Mozarts besten Opern. Warum ich euch das dann alles erzähle? Wegen der wundervollen Inszenierung von 2003 bei den Salzburger Festspielen, in der die Rolle des Sextus eine Frau, Vesselina Kaserova, übernommen hat.

Es ist es keine Überraschung, dass es eine Frau singt, da die Rolle ohnehin für einen Mezzosopran geschrieben ist. Selbst in der Uraufführung 1791 hat eine Frau mitgesungen. Zwar nicht in der Rolle des Sextus, sondern die andere Mezzosopran-Rolle des Stückes, die des Annio. Aber so, wie Kasserova diese Rolle, in dieser sehr modernen Inzenierung spielt – das hat schon etwas. Und man kann sich so schön viel zwischen die Zeilen denken, wenn man denn nicht weiß oder nicht wissen will, dass sie einen Mann spielen soll.

Bitte auf das Bild klicken um zum Video zu kommen

In dem Video, das ihr nach dem Klick auf das Bild oben sehen könnt, gelangt ihr zu der ersten Szene mit Sesto und Vitellia, in der sie ihn dazu überredet, Titus zu töten. Im folgenden Video, seht ihr, wie die gute Vitellia ihn weiter zu überzeugen sucht und er mit seinem Gewissen ringt.

Und hier sieht man dann auch noch Annio, der sich seinem besten Freund anvertraut und beide sich schließlich Treue schwören. Annio ist in Sixtus Schwester Sivilia verliebt und die soll Titus heiraten. Aber wie der Titel schon sagt, kennt dessen Gnade keine Grenzen und er möchte, als er von der Liebe der beiden erfährt, Sivilia nicht mehr heiraten.

Die Oper sollte von vorne und in aller Gänze ansehen werden. Wer mag, kann sich die DVD kaufen oder aber die Oper bei Youtube suchen. Da ist sie nämlich komplett online, allerdings ohne Untertitel. Aber wofür gibt es Opernführer. Okay, okay, oder das Internet! Es ist eine wirklich schöne, (vielleicht unfreiwillig) queere, Inszenierung und ein wenig Oper passt doch gut in die, hoffentlich, besinnliche Weihnachtszeit.

Wer mehr von Kaserova sehen möchte: Sie hat zum Beispiel auch Orpheus in Orphée et Eurydice gespielt:

1 Kommentar

  • Reply Tuerkan 23. Dezember 2010 at 22:55

    Aufschlussreicher Artikel. Sicher kein Fehler, sich mit dem Thema näher zu beschaeftigen. Werde bestimmt auch die nächsten Posts verfolgen.

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