Vor einiger Zeit hatte ich einen Plattencrash auf dem alten Laptop meiner Teenagerzeit. Alles, was mir die netten Herren bei der “PC-Notfallstelle” noch davon zeigen konnten, war – nichts. Die Festplatte hatte sich dazu entschieden sich umzubringen und mich für meine Faulheit in Punkto Backup zu bestrafen.
Als ich jetzt zufällig einen Suchbegriff auf meinem, brav funktionierenden, Laptop eingab, bekam ich unter anderem als Ergebnis ein Bild von Lee Sinje ausgespuckt. Sollte ich diesen Ordner damals übertragen haben? Nur den? Der 260MB starke Ordner existierte tatsächlich noch und war sogar fein säuberlich sortiert. In Jahre, Magazinscans, Screenshots. Alles was das Fanherz so begehrt war dabei.
Die Zeiten in denen ich mich im Fandom rumgetrieben habe, sind zwar lange vorbei, aber in meinem DVD und CD Regal noch sehr präsent. Asiatische Filme und Musik en masse, das, was nicht unbedingt vorzeigbar ist, gut versteckt in einer Kiste. Neben Schätzen wie dem Film von Shiina Ringo, DVDs und CDs von MISIA, stehen daneben auch die CDs von Lee Sinje und im DVD-Regal verteilt die Filme mit ihr.
Ihre Musik ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Man muss vorneherein schon damit rechnen, dass sie nicht auf Englisch singt und dann auch mit der Seichtigkeit einiger Lieder zurecht kommen. Mit diesem Video zu ihrem Lied “Man&woman”, das schon gut hysterisch losgeht, hat sie damals zumindest einen kleinen Skandal verursacht. Nicht mit der Tatsache, dass sie sich im Video versucht mit Raumspray umbringen, zugegeben – kreativ!, sondern, weil sie in einigen Einstellungen nur im BH zu sehen war. Unfassbar!
Auch sonst hat sich SinJe wenig Gedanken darüber gemacht, was man so von ihr hält. In “20 30 40″ küsste sie zum Schluß dann doch endlich das Mädchen. Wieder ein kleiner Skandal. Aber das war natürlich alles freundschaftlich, nur ein “kleiner Kuss unter Freundinnen”. Wer den Film sieht merkt ganz deutlich: Dem ist eher nicht so.
Der nächste “Lesbenskandal” um Sinje kam weniger später als sie mit Karena Lam in “Koma”, einem Horrorfilm über Organraub, zusammenspielt. Wer möchte, kann in diesem Film ohnehin genug Subtext finden und wem das noch nicht reichte, konnte sich daran erfreuen, wie die beiden bei den Premieren und Pressekonferenzen förmlich aneinander klebten. Sie waren und sind “nur” Freundinnen, aber das soll es unter Frauen ja auch ab und an mal geben.
Und wo wir schon bei lesbischem Content sind – in Love’s Lone Flower gibt es das Ganze nochmal ganz ohne Subtext, ganz ohne “ist gar nicht so”.
Der Film nach der gleichnamigen Kurzgeschichte über die Liebe zwischen zwei Frauen im prä-kommunistischem China, war eigentlich eine sechzehnteilige Serie, die dann für das Kino und den DVD-Markt zu einem Film zusammen geschnitten wurde. Das muss man wissen wenn man den Film sieht, denn teilweise machen einige Dinge so gut wie gar keinen Sinn.
Die ganze Serie habe ich bisher nicht Englisch untertitelt gefunden und die chinesische Sprache habe ich leider auch nicht auf meiner Seite. Interessieren würde mich die Serie nachwievor.
Lesbisch ist die gute Sinje nicht, sie ist mit einem der Pang Brüder, Oxide Pang, verheiratet, mit dem sie auch Filme gedreht hat. Und zwar, und jetzt kommt für ein paar der Aha-Effekt: “The Eye” und “Re-Cycle”.
Den Ersten kennt man, den hat Hollywood mit Jessica Alba verwurstet. Beim Zweiten lege ich jedem, der kreativ arbeitet, ans Herz ihn nicht zu sehen. Er ist gut, allerdings hat er mich vermutlich auf Lebtag traumatisiert. Es geht um die “Recycle”-Welt in die eine Autorin gezogen wird und in der alle Ideen landen, die man aufgegeben und verworfen hat. Den Rest könnt ihr euch zusammen reimen.
Sinje auf der “20 30 40″ Premiere auf der Berlinale, wo sie 2004 für Battlenut Beauty einen Preis bekam
Dieser Tage hat Sinje wieder kurze Haare, engagiert sich für Kinder in Not und reist mit ihrem Mann als Ambassador für World Vision. Nach langer Zeit konnte man sie dieses Jahr endlich in einem neuen Film namens “Ica Kacang Puppy Love” bewundern, einer malaysischen Coming of Age Komödie.
Auch bei Facebook kann man ihr folgen, die Schriftzeichen bewundern, die man nicht versteht, und ab und an zu sehen bekommen, was sie gerade so treibt. Zum Beispiel wie sie auf dem Sofa mit ihrem Mac kuschelt:
Schön zu sehen, dass die alten Teenagerlieben auch heute noch bewundernswert sind!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!













