Filme Queer Life

Ein Blick aufs Pornfilmfestival Berlin

28. Oktober 2010

The Final Girl by Todd Verow

Heute abend startet das Berliner Pornfilmfestival – bereits zum fünften Mal. Beim ersten Durchlauf wurde noch heftig darüber diskutiert, was Porno, PostPorn oder alternativer Porno denn so sein kann und was auf dem Festival auf keinen Fall zu sehen sein sollte. Inzwischen weiß das Publikum, dass es „ein vielfältiges Programm voller lustvoller, lustiger, ungewöhnlicher, experimenteller, gewagter und kunstvoller Filme rund um Erotik und Sexualität“ erwartet. Wie schon im vergangenen Jahren liegt ein besonderer Fokus auf der weiblichen Sexualität. Zu Gast sind illustre Darstellerinnen und Filmemacherinnen: Anna Span, Madison Young und Courtney Trouble verhandeln in der Sektion Filmmaker in Progress die Grenzen zum kommerziellen Porn. Weitere Regisseurinnen auf dem Festival, natürlich mit neuen Filmen im Gepäck, sind Marie Madison (Regarding Jenny), Saara Aila Waasner (Frauenzimmer), Anna Lorentzon (Graphic Sexual Horror), Tristan Taormino (Rough Sex), Petra Joy, Erika Lust und Jennifer Lyon Bell.

The Curse of Mac Beth by Madison Young

Der pornographische Blick der Frauen macht natürlich nur einen Teil des Programms aus. Die vielfältigen Bereiche des mainstream-fernen Pornos lesen sich so:

– Experimental Porn
– Female Porn
– Fetish Porn: Expect the Unexpected
– Fun Porn
– Gay Porn
– Lesbian Porn
– Meta Porn
– Tierische Liebe

Speziell über das letzte Thema will ich hier sehr ungern reden. Konzentrieren wir uns lieber mal auf den im engeren Sinne lesbischen Porno-Film, dann sind zumindest vier Programme interessant:

Seven Minutes in Heaven by Courtney Trouble

Lesbian porn: sechs Filme mit einer Länge zwischen 3 und 34 Minuten, unter anderem Yum von Sadie Lune, der als „Liebeserklärung an die eigene Freundin, den Sex und das Essen“ berschrieben wird, Fr. 12 Uhr, Wiederholung: Sa. 20.15 Uhr.

Much More Pussy als Weltpremiere der Hardcore Fassung von Too much Pussy von Emilie Jouvet, die wilden Abenteuer von sieben Frauen auf einer Performance-Tour durch Europa. Fr. 18 Uhr und ab 4.11. dann täglich im Moviemento.

7 Minutes in Heaven 3: Fuck Yeah ist der dritte Teil von Courtney Troubles Porno-Reihe und eine Folge von 10 queer-lesbischen Sexszenen mit sehr unterschiedlichen Frauen im weitesten Sinne, Sa. 16 Uhr.

The Final Girl des schwulen Regisseurs Todd Verow ist der Abschlussfilm des Festivals und weniger ein reiner Porno, denn lesbisches Liebesdrama mit Sexszenen, So. 20.30 Uhr.

Much More Pussy by Emilie Jouvet

Man kann aber auch Filme wiederentdecken, zum Beispiel RP Kahls Bedways, der dieses Jahr schon im Kino lief. Zudem werden Workshops abgeboten, unter anderem von Sadie Lune über Safer Sex for Queers (worüber sie ja schon im Bend Over Magazine schrieb) oder mit Jennifer Lyon Bell zum Thema Porn and Feminism. Daneben gibt’s Dokumentationen, Partys, Panels, Lectures, Ausstellungen, sogar Porno-Musicals (ich sag nur: This Ain’t Glee XXX). Eigentlich sollte dort wirklich jede etwas für sie Interessantes finden.

Bedways by RP Kahl

5. Pornfilmfestival Berlin findet vom 28.10. bis 31.10.2010 im Kino Moviemento in Kreuzberg statt.

Das komplette Programm steht auf pornfilmfestivalberlin.de

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