Queer Life

Die Frau als Sexobjekt

5. August 2010

Frauen sind Sexobjekte.

Laut Hugh Hefner.

In einem neuen Interview sagt der 84-jährige, dass Der Playboy frauen nicht zu Sexobjekten degradiere. Das seien sie schon. Deswegen gäbe es nächste Generationen, deswegen würden Frauen kurze Röcke und Lippenstift tragen.

Nun könnte man sich als erstes darüber streiten, ob man viel auf die Worten dieses Mannes geben kann, der eindeutig aus einer anderen Generation kommt und sein Leben umringt von vielen, auf Barbiemaße gedrillte Frauen, gelebt hat.
Hefner, der Gründer des Playboys jedoch, hält sich selbst für einen der ersten Feministen, wie er Female Chauvnist Pigs so schön sagt.

Soll man sich also über dieses Zitat aufregen? Muss man es vielleicht sogar? Oder sollte man es als Gerede eines alten Mannes abtun, dem eh niemand mehr zuhört?

What do you say to women who say you objectify the female form?

The notion that Playboy turns women into sex objects is ridiculous. Women are sex objects. If women weren’t sex objects, there wouldn’t be another generation. It’s the attraction between the sexes that makes the world go ‚round. That’s why women wear lipstick and short skirts.

Ich trage gerne Lippenstift und ab und an Röcke. Das bedeutet aber nicht, dass ich damit Männer anziehen möchte, ich finde es für mich schön. Kann ich behaupten, dass es keine Wirkung auf Männer hat? Definitiv nicht.

Es scheint für viele Männer, vor allem denen die eine Erziehung mit partriachalischen Werten genossen haben, ein absoluter Schlüsselreiz zu sein.
Zu einer der unschönsten Momente in meinem Leben, gehört die Begegnung mit zwei Männern nachts an einer S-Bahnstation, die mir nachstellten und schließlich meine Freundin fragten, ob sie mich „einmal ausborgen könnten.“ Ich war mit meinem Rock und dem Lippenstift, welches ich beides an dem Abend trug, scheinbar nicht mehr, als ein Sexobjekt.
Und zumindest besaßen die beiden Herren noch den Anstand zu fragen – bevor sie meiner Freundin Schläge androhten, als die mit „Nein“ antwortete.

Dann wäre da ja noch die Tatsache, dass viele Männer, aber auch Frauen (zB. La Roux) behaupten, dass Frauen selbst Schuld isnd, wenn sie sich „so“ anziehen, ja dadurch quasi darum betteln vergewaltigt zu werden.
Wundervoll thematisiert wird das in dieser schottischen Anti-Rape Kampagne:

Man kann nicht sagen, dass Hefner Unrecht hat. Auf Werbung, ja selbst auf fast jeder Frauenzeitschrift, sehen wir meistens hübsche, dem medialen Schönheitsideal entsprechende Frauen, selten aber Männer. Selbst Frauen machen Frauen zu Objekten, indem der Großteil darauf besteht, Frauen auf Magazincovern zu sehen – mit dem Argument, dass sie einfach ästhetischer sind.
In unserer Gesellschaft wird ein weiblicher Körper als schön und ästhetisch empfunden, wenn nicht zu einem gewissen Standart bedeckt und zurechtgemacht, ist diese ohnehin ästhetische Erscheinung, eine Aufforderung – an Männer.
Nur im Maß der Bedeckung unterscheiden wir uns da von anderen Kulturen.

Es liegt an uns selbst, an der Art, wie wir lernen unseren Blick gegen eventuelle Manipulation zu schulen, wie wir lernen damit umzugehen und gegen eine solche Sexualisierung der Geschlechter rebellieren.
Und in manchen Momenten ist ja auch schön, wenn man merkt, dass man für eine bestimmte Person das ultimative Objekt der Begierde ist. Ganz ohne sexuelle Gewalt und Nötigung.

Bei der ganzen Diskussion darf man auch eines nicht vergessen: Hefner ist Pornograf und wird es immer sein. Was allerdings die nächsten Generationen angeht, Herr Hefner: Wir Frauen finden immer einen Weg!

Quelle

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