Tegan and Sara: Kollaboration mit Tiësto

20. August 2009 von Anja  
Abgelegt in Entertainment

Zusammen mit dem niederländischen DJ Tiësto gibt es noch vor dem neuen Album etwas Neues von Tegan and Sara zu hören und das ist noch dazu richtig gut. Der ziemlich sommerliche Track heißt “I feel it in my bones”, zu hören gibt’s ihn auf Tiësto’s Myspace oder gleich hier:

Der Song wird auf  Tiësto’s kommendem Album Kaleidoscope dabei sein, das am 6. Oktober erscheint.

Auf das neue Tegan and Sara Album müssen wir ja noch eine Weile warten (mindestens bis Ende Oktober 2009), nur den Titel des neuen Albums haben die beiden schon verraten:

Sainthood (not Thainthood) from Tegan and Sara on Vimeo.

Seeking Simone - 3. Folge auf Deutsch

4. August 2009 von Anja  
Abgelegt in Entertainment

Wir haben mal wieder ein neues Abenteuer von Simone für euch! Diese Woche hat sie ein neues Date und damit ein ganz neues Abenteuer …

(Um die deutschen Untertitel anzuzeigen, startet das Video, klickt auf den CC-Button unten rechts im Video und wählt Deutsch als Sprache)

Hier findet ihr die ersten beiden Teile:

Seeking Simone, Episode 1
Seeking Simone, Episode 2

Lovely Saturday - Annemarie Schwarzenbach

1. August 2009 von Charly  
Abgelegt in Featured, Kultur, Literatur, Lovely Saturday

AS 4

“Dann tritt mir mein Bild entgegen, das Bild eines jungen Menschen, ich stütze die Hände gegen das Glas und betrachte es, mir ist, als gewänne ich dieses blasse und von heimlichem Fieber bebende Gesicht lieb, als hätte ich vordem nicht so gut gekannt, ich ging an seiner Traurigkeit vorüber, kein Lächeln schenkte ich diesen von Frage und schwermütigem Ernst erfüllten Augen, keine Nachsicht hatte ich für diese Hände, die hell und mager sind und deren Schlankheit mir heute zum ersten Mal schön erscheint.”

(Annemarie Schwarzenbach - Eine Frau zu sehen)

Als Annemarie Schwarzenbach diese Sätze für ihre Novelle “Eine Frau zu sehen” schreibt, ist sie gerade 21. Die, die nach eigener Aussage “nur Frauen mit wirklicher Leidenschaft lieben kann”, geht erst zwei Jahre später, 1931, als freie Schriftstellerin nach Berlin, nachdem sie in ihrem Heimatland der Schweiz promoviert hatte. Ihr erster Roman “Freunde um Berndhard” erscheint ebenfalls 1931.

AS 5

annsch02

Annemarie Schwarzenbach ist sicherlich eine der traurigeren Figuren der Geschichte: Von einer ständigen Umtriebigkeit getrieben, reiste sie ab 1933 durch die halbe Welt und heiratete den, ebenfalls homosexuellen, schweizer Diplomaten Claude Clarac. Sie selbst war unsterblich in Erika Mann verliebt, die ihre Liebe jedoch nicht erwiderte und sie an Morphin heranführte. Eine Sucht, von der sie ihr kurzes Leben lang nicht mehr loskommen sollte.

AS und EM

Erika Mann und Annemarie Schwarzenbach

Die Freundschaft zu den Geschwistern Mann blieb jedoch lange erhalten und Schwarzenbach traf Jahre später wieder mit ihnen in den USA zusammen, wo sie sich erneut aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit und Depressionen in psychiatrische Behandlung begab. Thomas Mann bezeichnete sie später in einem seiner Tagebücher als “verödeten Engel”.

AS 6

annsch03

Eine ihrer Reisen, die sie zusammen mit der Schriftstellerin Ella Maillart in ihrem geliebten Ford nach Kabul unternommen hatte, wurde 2000 mit dem Titel “Reise nach Kafiristan” und Jeanette Hain in der Rolle von Annemarie Schwarzenbach verfilmt.

still1

Der Film ist nicht schlecht, nicht so furchtbar wie der Trailer vermuten lässt, sehr ruhig und gut geschauspielert.

Erst 1942 kehrt Schwarzenbach nach einer Reise in den Kongo in die Schweiz zurück, nachwievor depressiv und morphinsüchtig. Wenig später, stirbt sie, erst 34, an den Folgen eines Fahrradunfalls.

AS 1

Nach ihrem Tod geriet sie zunächst in Vergessenheit, nicht zuletzt aufgrund ihrer hitlerliebenden Mutter, der sie ein ständiger Dorn im Auge war und welche gegen ihren testamentarischen Willen, viele Briefe und Manuskripte einfach verbrannte. Auch innerhalb der eigenen Familie wurde sie weiterhin einfach totgeschwiegen.

Erst später wurde sie wieder entdeckt, nicht zuletzt von ihrer eigenen Großneffe, Alexis Schwarzenbach, der es in ihrem ZEIT-Artikel gut auf den Punkt bringt:

“Annemarie Schwarzenbach war eine freie Frau, ein freier Geist, eine Freibeuterin auch. Die Erinnerung an sie, in der engen Nachkriegszeit gelöscht, entfaltete sich gegen Ende der achtziger Jahre neu. Inzwischen ist sie das, was man ein wenig hilflos ob all ihres posthumen Ruhms eine Kultfigur nennt.”

Wer mehr über Schwarzenbach wissen möchte, kann mit diesem Artikel anfangen oder sich gleich eines der Bücher von oder über sie besorgen. Wert ist es das allemal.

“Das Leben zerfetzt sich mir in tausend Stücke.”

(Schwarzenbach in einem Brief an Thomas Mann)

Bilder Copyrights: Schweizerische Nationalbibliothek Bern