Queer Life

All the things they have said

24. März 2009

Das wird ein t.A.T.u. Post.
Und nein, ich mache keine Witze!

Eben habe ich auf einem Blog gelesen, dass sich die russische Band t.A.T.u. aufgelöst hat. Folgendes steht auf dem offiziellen Blog der Band:

Last December a „staff meeting“ attended by Yulia, Lena and Boris took place. Parties had unanimously decided to cease the „operation of t.A.T.u. in full-time mode“.
This decision was not spontaneous, it was long-grown.
For the sake of ethics I will not mention the reasons behind it, I’ll just say that these have nothing to do neither with creative nor with economic aspects.

What is going to happen to t.A.T.u.?
First, we will close all our „open items“, i.e. we’ll release the third video as it was promised, at the end of March – beginning of April, girls will do their part in promo campaign for „You and I“ movie, which is being late on schedule due to circumstances beyond our command, but which is to be released surely.


Mehr hier

In den letzten Jahre habe ich ja lernen müssen, dass man als Lesbe t.A.T.u. generell scheiße zu finden und zu verteufeln hat. Schließlich haben die beiden ja „einen auf Lesben gemacht“ und waren „ein ganz fürchterliches Vorbild“.
Ansatzweise kann ich diese Vorwürfe verstehen, sag jedoch eines:
Mir tut es leid, dass es die Band nicht mehr geben wird.

Zum einen haben die beiden, ob sie sie nun selbst geschrieben haben oder nicht, ein paar wirklich anständige Songs geliefert, die ich immer wieder gerne gehört habe und dazu zählt nicht mal unbedingt das berühmt berüchtigte „All the things she said“.
Gut, sie hatten eine perversen ersten Manager, der ihnen ein Lesbenimage aufgedrückt hat und den sie zum Zeitpunkt des zweites Albums gefeuert haben.
Aber abgesehen davon, haben die beiden nie behauptet, nicht bisexuell zu sein, haben in einigen Interviews zugegeben Erfahrungen in der Richtung zu haben und sind in Moskau und in anderen Gayclubs oft aufgetreten.

Welche Sexualität sie auch immer haben oder gehabt haben, ist meiner Meinung allerdings völlig belanglos, genauso ob sie ihre gegenseitigen Küsse gespielt haben oder nicht.
Denn es gab da zum Beispiel in einer kleinen Norddeutschen Stadt einen Teenager, den t.A.T.u.’s Lieder durch ihre Outingzeit und bei ihrer ersten Freundin begleitet haben.
Ob die beiden nun tatsächlich lesbisch waren oder nicht, war auch da schon völlig egal – sie waren in einer Welt, in der es so wenig mediale lesbische Vorbilder gibt, vorhanden.
Und ich bezweifle, dass dieses Mädchen damals das einzige auf der Welt war, die so gedacht hat.

Deshalb – schamlos, dreist und auch ein bisschen stolz – hier ein paar t.A.T.u. Videos.

1 Kommentar

  • Reply Brezelqueen 7. Mai 2009 at 19:27

    Meine Rede.
    Auch wenn mir teilweise ihr Verhalten nicht ganz gefiel, sie haben schon ein paar anständige Lieder gebracht und sind in den paar Interviews die ich von ihnen gesehen hab, recht symphatisch rübergekommen.

    Die Mädels haben ja schon 4 Alben draussen, ne reife Leistung wie ich finde. Und trotzdem, auch ich finds schade, dass es die Band nicht mehr geben wird.

    Übrigens: deren (Russen-)Englisch hatte und hat bei immernoch ein hohen Schmunzelfaktor. Die Art wie sie Englisch sprechen bringt mich immer wieder zum schmunzeln. 🙂

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