Asian Hotshots Berlin

17. Januar 2008 von Charly  
Abgelegt in Film

Einer der Vorteile in Berlin zu leben ist der, dass man alles machen kann, was man will - wenn man Lust darauf hat.
Wenn man Fondue essen will, aber nicht selbst seine Wohnung einräuchern möchte, geht man zum Fonduerestaurant. Wenn man nachts um 2 noch Hunger auf chinesisches Essen bekommt, gibt es sicherlich einen Imbiss ein paar Straßen weiter, der noch aufhat. Und wenn man einmal ins Kino gehen will, ist die erste Herausforderung die, durch das vielfältige Kinoprogramm überhaupt durchzusteigen.
Meistens sind die Möglichkeiten so zahlreich, dass ich mich oft dazu entscheide, mit Mikrowellenpopcorn und Rotwein den Abend mit einem Buch oder vor dem Fernsehr zu verbringen. Doch nicht die nächsten Tage!
Das Asianhotshots Filmfestival
findet dieser Tage im Babylon statt und bietet neben innovativen, schönen Filmen auch einen Auswahl an queeren Filmen.
Wovon drei der fünf ausgewählten Filme von Lesben handeln. Eine ungewöhnlich hohe Quote!
Ausgewählt wurden “Love for Share” aus Indonesien, “The Summer Solstice” aus China und “The Journey” aus Indien.
Hier die Inhaltsangaben für die drei Filme von der offiziellen Festivalsite:

Love for Share
Nach zwei Jahrzehnten Ehe wird Salma, eine Gynäkologin, damit böse
überrascht, dass es noch eine weitere Ehefrau samt Kind im Leben ihres Mannes
gibt. Verbirgt er noch mehr Geheimnisse vor ihr und wie kommt sie mit der neuen
Situation klar? Siti, von ihrem Onkel mit falschen Versprechungen nach Jarkata
gelockt, findet sich in einem armseligen Haushalt mit zwei Ehefrauen und zig
Kindern wieder. Muss sie als nächste das Bett mit ihm teilen, obwohl sie doch
eher zärtliche Gefühle für Ehefrau Nummer 2 verspürt? Ming, eine bildhübsche
Kellnerin, verzaubert nicht nur die männlichen Gäste im Restaurant. Auch ihr
Chef erliegt bald vollständig ihrem Charme …


The Summer Solstice
Es ist mitten im heißen Sommer als Hu Yang in Peking ankommt. Sein
Firmenprojekt ist gescheitert; hoch verschuldet will er als Mönch in Peking ein
neues Leben beginnen. Dabei lernt er Yang Hua kennen, die rasch von ihm
schwanger wird. Die Familie ist anfänglich gegen die Beziehung, stimmt aufgrund
der Schwangerschaft schließlich aber zu. Doch nach kurzer Zeit findet Hu Yang
sich wieder unbefriedigt und verlässt Peking auf der Suche nach seinen alten
Träumen. Monate später kehrt er zurück und findet eine neue Beziehung zwischen
seiner Ehefrau Yang Hua und einer anderen Frau, die sich ihren eigenen Haushalt
eingerichtet haben und das Kind erziehen…


The Journey
Die junge Kiran verliebt sich in die temperamentvolle Delilah, ihre
beste Freundin seit Kindertagen. Das Leben in ihrem idyllischen indischen Dorf
aber wird von der Tradition der arrangierten Ehe bestimmt. Trotz großer
Sehnsucht, gesteht sie ihre Liebe zunächst nicht. Doch wie lange kann sie der
Anziehungskraft Delilahs noch widerstehen?

Kellnerinnen, Gynäkologen und Haushalte mit vielen Kindern?
Experimentell!
Lesbische Pärchen mit Kind in Peking?
Ein mutiges Thema in einem Land, dessen Medien noch immer unter Zensur stehen.
Arrangierte Ehe und alte Kinderliebe?
Drama ich hör dir trappsen.

In welchen der Filme ich jetzt genau gehe, weiß ich noch nicht, kennen tue ich keinen (was erstaunlich genug ist).
Aber es stehen ja noch andere Filme auf dem Programm:
Unter anderem heute Abend “Teeth of Love” und morgen eine Murakamidokumentation.

Wer mit dem Gedanken spielt einen der drei Filme zu sehen, der kann das dann tun:

The Journey: Samstag 19.01, 14:45, Babylon 1
Love for Share: Montag 21.01, 22:30, Babylon 1
The Summer Solstice: Dienstag 22.01, 22:00, Babylon 1

Alle Filme sind im Originalton mit englischen Untertiteln. Ein wenig Englischkenntnisse können also nicht schaden.

Und wer mich da sieht, der darf gerne mal winken.

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